Ein ganz besonderes Fest

Vor einem halben Jahrhundert – wow, wie sich das liest – maturierten wir (sechs Damen und acht Herren) erfolgreich am Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium für Berufstätige. Für uns hieß diese Schule aber immer nur AMS, wir selbst nannten uns stets AMSler.

1971 starteten 37 Studierende in das Abenteuer, die Matura neben dem Beruf nachzuholen.

Für viele von uns war es eine echte Herausforderung, war doch das Ausüben eines Berufes Voraussetzung für unser Studium. 14 Wackere schafften den ersehnten Zieleinlauf im Olympiajahr 1976 (Winterspiele in Innsbruck, Sommerspiele in Montreal).50 Jahre später musste dieser erfolgreiche Weg unbedingt gefeiert werden. Am 16. April trafen wir uns zum Mittagessen beim „Josef“. Herzliche Begrüßungen und Umarmungen und wenig später schon die üblichen Fragen „Weißt du noch …? Erinnerst du dich noch…?“ Ehe das bestellte Getränk am Tisch stand, hatten wir unsere schulischen Erinnerungen schon wieder aufgefrischt. Auch private Neuigkeiten machten die Runde. Der familiäre AMS-Touch war wieder erwacht.

Trotz intensiver Bemühungen unseres Klassensprechers Kurt Stockinger konnten die aktuellen
Adressen und Telefonnummern von Elisabeth Dolin (Arnreiter) und Heinrich Wabro nicht ausfindig
gemacht werden. Wir hoffen dennoch, dass es ihnen gut geht und wir sie beim nächsten Treffen in unserer Gemeinschaft begrüßen können. Schmerzlich vermisst haben wir unseren Klassenkameraden Walter Kiesenhofer, der leider viel zu früh von uns gegangen ist.

Ein besonderer Höhepunkt dieses festlichen Tages war am Nachmittag das Beisammensein in
„unserer“ Schule. Frau Direktorin Mag.a Maria-Luise Walser hatte uns zu sich in die Direktion
eingeladen. Sie empfing uns mit Herzlichkeit und menschlicher Wärme, und wir hatten ab der ersten Minute an das Gefühl, ein weiteres Mitglied unserer AMS-Familie kennengelernt zu haben. Ähnlich erging es uns auch bei der Begegnung mit Mag. Maria Heuberger. Sie unterrichtet Fremdsprachen an der Abendschule und führte uns in einem interessanten Vortrag in den derzeitigen Schulalltag von Studierenden und Unterrichtenden ein. Mag.a Walser entlockte uns mit viel Einfühlungsvermögen die persönlichen Gründe, warum wir vor 55 Jahren den Weg in die Abendschule gefunden hätten, wie wir mit der Doppelbelastung Beruf und Schule zurechtgekommen seien und welche Rolle das Abendstudium für unseres späteres Leben gespielt habe.

Zum Abschluss dieses besonderen Treffens wechselten wir in ein Klassenzimmer, wo wir im Rahmen einer Gedenkminute unseres Kameraden und Freundes Walter Kisenhofer gedachten. Alte Fotos aus unserem damaligen Schulalltag und den gemeinsamen Erlebnissen abseits des Lernens stellte Gerhard Bauer in der Power-Point-Präsentation „50jähriges Maturajubiläum“ vor.

Unser Festtag endete mit dem Versprechen, uns möglichst bald wieder zu treffen und abermals in
Erinnerungen an unsere AMS-Zeit zu schwelgen.

Unser Dank gilt Frau Direktorin Mag.a Maria-Luise Walser und Frau Mag.a Maria Heuberger, die
unseren Festtag zu einem ganz besonderen Erlebnis werden ließen.

Gerhard Bauer, April 2026

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